In dieser neuen Rubrik beschäftigen wir uns etwas genauer mit jeweils einer bestimmten (Cocktail-)Zutat und unterbreiten Euch dann drei Vorschläge, was man damit Leckeres anstellen kann. Heute ist die zahmere, elegantere Ingwer-Version als Ginger Beer dran; Ginger Ale.
Dass wir jetzt im Januar mit Ginger Ale beginnen, hat natürlich nichts mit dem «Dry January» zu tun. Ihr wisst, da machen wir nicht mit. Es war ganz einfach purer Zufall, und nächstes Mal geht es dann um Sloe Gin, also auch noch nichts Hochprozentiges, aber doch Alkoholisches.

Es ist bekannt, die Ingwer-Brühen wurden ursprünglich medizinisch verwendet. Ingwer enthält Vitamin C, Magnesium, Kalium, Kalzium, Eisen, Phosphor und Natrium. Magenbeschwerden, Übelkeit, Erkältungen und so weiter wurde damit der Garaus gemacht. Schon im 18. Jahrhundert gab es Ginger Beer, damals noch mit ungefähr zehn Umdrehungen, im Laufe der Zeit jedoch mit immer weniger Alkolgehalt, bis zum aktuellen Nullwert herunter.

Das moderne Ginger Ale wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Kanada geboren. Der Pharmakologe John J. McLaughlin patentierte 1907 das sogenannte «Canada Dry Ginger Ale», welches – wie die Bezeichnung «dry» impliziert – weniger süss als gängige Ginger-Beer-Sorten war. Und weniger scharf. Ausgewogener, weniger «medizinisch» und perfekt für Cocktails, welche den jeweiligen Alkohol betonen sollen. In der Prohibitionszeit 1920 bis 1933 wurde Ingwer gerne benutzt, um schlechte Eigenbrand-Kreationen trinkbarer zu machen.

Mit der Industrialisierung und Massenproduktion passierte dann das, was immer passiert: Echter Ingwer wurde vermehrt mit künstlichen Aromen ersetzt, mehr Zucker hinzugefügt und so wurde ein massentauglicher Soda-Drink auf die Bevölkerung losgelassen. Und jetzt die üblichen Aufrufe: Spart bitte nicht beim Mixer! Es macht einen massiven Unterschied, wenn Ihr ein vernünftiges Ginger-Ale-Produkt verwendet.
Ich benutze meistens Fever-Tree, aber auch das hiesige Ginger Ale von Gents ist hervorragend. Bei Fever-Tree kommen drei verschiedene Ingwer-Sorten zum Einsatz, eine erdige aus Indien, eine zitrusfruchtige aus der Elfenbeinküste und eine intensive aus Nigeria. Bei Gents kommen die acht Prozent Ingwer von zwei verschiedenen Sorten aus Uganda. Bei beiden Produkten vor Gebrauch etwas schwenken, um den Bodensatz mit ins Glas zu bekommen.

Disclaimer: Ich mag Ginger Beer (fermentiert) eigentlich tausend Mal lieber als Ginger Ale (ohne Gärung). Eben, beide haben ja heutzutage nichts alkoholisches in sich. Ginger Beer ist right in your face, nicht subtil, es ist ein flüssiges Raubein, welches ich am liebsten mit dem ebenso rauen Bourbon «Wild Turkey 101» und etwas Limette zu mir nehme. Aber wir beim Wermutwolf lieben die Vielfalt. Auch bei der nächsten Folge dieser Serie, wo es um Sloe Gin gehen wird, wird das zu sehen, respektive zu hören sein …
Nun gut, wir kommen zu den drei Vorschlägen. Nein, ich werde den «Irish Buck» nicht erwähnen, es ist ja noch nicht St. Patrick’s Day … Zwei Kreationen sind sehr simple Kreationen und die dritte dann eher für Ausgangs-Eskapismus gedacht.
Im Land von Reformator Calvin lebend, muss ich diesen klassischen Cocktail erwähnen. Einer meiner Lieblinge, stilvoll, elegant, ausgewogen und gefährlich leicht zu sippen. Der Whisky und das Ginger Ale werden vom Soda Wasser zivilisiert, glatt gebügelt. I love it!

Den Whiskey und das Soda Wasser zu gleichen Teilen in ein mit Eis gefülltes Highball-Glas geben, mit Ginger Ale auffüllen, gut umrühren. Beliebig oft wiederholen … Cheers!

Es geht noch einfacher! Roggen-Whisky und Ginger Ale, that’s it. Ich wählte hier den Rye Whiskey von «Heaven’s Gate» (Bob Dylan), der perfekt dazu passt.

Rye Whisky mit Eis in den Shaker geben, in ein Highball-Glas mit Eis abseihen und gleich viel Ginger Ale hinzufügen. Yummy! Cheers!

Okay, also hier wäre eigentlich die Rezeptur Absinthe, Pfirsich Schnaps und Ginger Ale zu vereinigen. Ich hätte zum Beispiel einen Pfirsich-Wodka zu Hause gehabt. Ich entschied mich aber trotzdem, einen Pfirsich-Likör zu verwenden. Ohne jetzt masslos in Sexismus zu verfallen, denke ich, dass der Drink eher die Ladys begeistern könnte, aber halt auch nur die Damen, welche sich für Absinthe begeistern können … Ich fand den Cocktail aber auch sehr lecker, man muss den Likör einfach leicht dosieren, dann ist die Mischung aus der Absinthe- und der Likör-Süsse ein Hochgenuss, in Kombination mit einem nicht allzu süssen Ginger Ale.

Den Absinthe zusammen mit halb so viel Pfirsisch-Schnaps oder noch weniger Pfirsisch-Likör und Eis shaken, in ein Highball-Glas geben und mit Ginger Ale auffüllen. Auf keinen Fall wie bei der Rezept-Verlinkung im Titel das Ginger Ale auch in den Shaker geben, haha, keine Ahnung was da bei «MakeMeACocktail» schiefgelaufen ist.

Also Freunde, Ginger Ale kaufen und nachbauen! Wir hoffen, dass Ihr diese neue Rubrik mögt. Schreibt uns immer gerne per E-Mail oder in die Kommentare, was Ihr davon haltet. Wir wünschen einen feucht-fröhlichen January.











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