Vor kurzem haben wir Euch einen fast 1700 Jahre alten Wein vorgestellt, der im Historischen Museum der Pfalz in Speyer ausgestellt ist. Er galt als bislang ältester erhaltener Wein. Nun ist in Spanien in einem Grab ein weiteres Gefäss mit antikem Wein entdeckt worden. Das Alter: 2000 Jahre!
Die Menschen geniessen schon seit Tausenden Jahren vergorenen Rebensaft. Das weiss man unter anderem aus schriftlichen Quellen sowie von Wandmalereien, Mosaiken und Reliefs.

Entdecken Archäologen antike Gefässe, ist die Flüssigkeit darin in den meisten Fällen verdunstet. Eine Ausnahme ist der Römerwein von Speyer, der fast 1700 Jahre alt sein soll. Jetzt haben spanische Archäologen allerdings einen noch älteren Wein entdeckt.
Ein Team um den Archäologen Daniel Cosano fand in einem römischen Mausoleum im südspanischen Carmona eine etwa 2000 Jahre alte Urne mit einer rötlichen Flüssigkeit, wie es im «Journal of Archaeological Science: Reports» berichtet. Untersuchungen ergaben, dass es sich dabei um Weisswein handelt.

Das Familiengrab wurde laut den Archäologen bereits 2019 bei Sanierungsarbeiten an einem Haus in Carmona freigelegt, das zur westlichen Nekropole von Carmo gehört; einer antiken römischen Stadt in der Region Baetic. Das Mausoleum datiert in das frühe erste Jahrhundert n. Chr.
Im Grab fanden sich acht Nischen. Zwei von ihnen waren leer, während die anderen sechs eine Aschenurne enthielten. In der gut erhaltenen Urne in Nische acht befand sich eine rötliche Flüssigkeit, zusammen mit verbrannten Knochenresten. Gemäss den Forschern wurde Wein in der Regel mit Wasser und Nahrungsmitteln wie Honig zu den Grabbeigaben gestellt, um die Verstorbenen beim Übergang in eine bessere Welt zu begleiten.

Die spanischen Archäologen liessen die Flüssigkeit der Urne aus Nische acht an der Universität von Córdoba chemisch untersuchen. Das Resultat: Die Mineralsalzzusammensetzung der Flüssigkeit soll derjenigen von Fino-Sherry-Weinen ähneln, die derzeit in der ehemaligen Bajetischen Region hergestellt werden. Die Analyse der Polyphenole (aromatische Kohlenstoffverbindungen), die typischerweise in heutigen Weinen vorkomme, habe weitere Rückschlüsse ermöglicht: Sie würden mit hoher Sicherheit bestätigen, dass es sich um Weisswein handelt – eine Annahme, die durch das Vorhandensein von Ethanol in sehr geringer Konzentration noch verstärkt werde. Somit können die Spanier den ältesten bisher erhaltenen Wein für sich reklamieren.












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