In dieser Rubrik werden keine Masseinheiten genannt. Es soll zum Selbstversuch animieren. Es gibt ein paar Getränke, die es in sich haben. Die bei Weitem nicht jeden Geschmack treffen, die ich jedoch heiss liebe. Das sind Mezcal, Absinthe und Chartreuse. Ich fragte mich, wie diese zusammen einen schmackhaften Drink ergeben könnten, ohne einen auf direktem Weg ins Nirvana zu befördern …

Für den heutigen Freyhänder nahm ich drei Flaschen, über die wir bereits Artikel geschrieben haben. Bei der Hauptzutat Mezcal nahm ich den Dos Hombres, der mir trotz fehlender Power mit seinen schwachbrüstigen 40 Volumenprozenten gut schmeckt und nur über einen Hauch von Rauch verfügt.
Beim Absinthe griff ich zum Mansinthe, einer meiner Lieblinge von Matter Spirits, dessen 66,6 % Alkohol hier dezent dazugegeben werden.
Vom Chartreuse braucht es auch nicht viel, da dieser sonst mit seinem prägnanten Geschmacksprofil zu sehr überhand nehmen würde. Ausserdem habe ich Saschas Rat beherzigt und mir Vorräte angeschafft …

Ferner stellte sich die Frage, wie ich Balance zu diesen drei bösen Buben finden würde. Ich entschied mich im Feldversuch zu fruchtigen Noten in Form von Orangen- und Limettensaft, wobei ich bei der Orange nicht geizte sowie Bergamotte-Likör (Italicus).
Für die vorgeschwebte bittere Note sorgen Matter Gran Classico Bitter (ein massiv besserer Campari) wie auch die Orange Bitters von Angostura, und abgerundet wird der Cocktail mit ein wenig Cassis-Sirup und St-Germain, einem Holunder-Likör.
So viele Zutaten verwendete ich noch nie, zehn Stück! Selbstverständlich sollte man bei den meisten Zutaten minimalistisch vorgehen, ansonsten bestünde wohl akute Lebensgefahr, haha …

Alle Zutaten mit Eis in den Shaker et voilà. Das Endprodukt überzeugt mit reichlich Power, die aber fruchtig abgefedert meinen Geschmacksnerven eine tolle Freudenparty bescheren. Süsse und Bitterkeit halten sich perfekt die Waage.
Die Zutatenliste erschlägt einen förmlich, und eigentlich habe ich die simplen Cocktails am liebsten, doch dieses Endprodukt – ich nenne ihn «Die drei toughen Amigos» – ist nichtsdestotrotz ein sehr gelungener, erfrischender Power-Drink für den ausgehenden Sommer. Cheers!











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