Ostern steht vor der Tür. Wahre Wermutwölfe begeben sich aber nicht auf die Suche nach Schokolade und bemalten Eiern, sondern genehmigen sich Süsses und Eier lieber in flüssiger Form. So kreiert Ihr ganz einfach Euren eigenen, leckeren Eierlikör.
Fast jeder hat eine (hoffentlich gute) Erinnerung an Eierlikör, schliesslich stand in früheren Zeiten in fast jedem Haushalt eine Flasche mit dem süssen, gelben Trunk. Nicht ohne Grund: Es ist eine praktische Möglichkeit, viele Eier auf einmal zu verwerten. Wer selbst Hühner hält, kennt das Problem. Im Frühling füllen sich die Legenester schneller, als man Spiegeleier braten kann. Nicht umsonst gibt es den Osterbrauch, massenweise Eier zu kochen und zu bemalen. Doch statt unsere grafische Kreativität an Eierschalen auszuleben, widmen wir uns heute dem Spirituellen – im Sinne von geistigen Getränken. Ein leckerer Eierlikör benötigt weder viel Zeit noch Unmengen an Zutaten und passt perfekt ins Osternest – zumindest für Erwachsene – oder als Desserttrunk zum Ostermahl.

Zutaten für ca. 750 ml Eierlikör mit ca. 14 %
- 8 sehr frische Eigelbe
- 180 Gramm Zucker (besser: Puderzucker, er löst sich feiner auf)
- 1 Päckchen Vanillezucker oder das Mark einer Vanilleschote
- 300 ml Vollrahm
- 100 ml Milch
- 250 ml Wodka für einen neutralen Geschmack oder einen feinen Cognac für die edle Note
- 1 kleine Prise Salz
Die Zubereitung
Gebt die Eigelbe, den (Puder-)Zucker, die Vanille und die Prise Salz in eine hitzebeständige Schüssel. Ideal ist eine aus Metall. Schlagt die Masse mit dem Handmixer oder Schneebesen mehrere Minuten lang auf, bis sie hellgelb und fast cremig-weiss ist.
Rührt nun langsam den Rahm und die Milch unter, bis alles gleichmässig vermengt ist.
Jetzt kommt ein essenzieller Schritt: Stellt die Schüssel auf einen Topf mit sanft köchelndem Wasser. Achtung: Das Wasser darf den Boden der Schüssel nicht berühren! Erhitzt die Masse unter ständigem Rühren mit dem Schneebesen. Praktisch ist ein Fleischthermometer. Denn die Temperatur der Flüssigkeit sollte 65 bis 70 °C nicht überschreiten, sonst beginnt es zu flocken.

Rührt besonders gründlich an den Rändern, damit dort nichts stockt. Sobald die Mischung merklich dicker und cremiger wird – das dauert ca. 5 bis 8 Minuten –, nehmt Ihr die Schüssel sofort vom Herd.
Rührt erst jetzt den Alkohol gut unter die warme Masse. Das sorgt dafür, dass sich die Aromen perfekt verbinden, ohne dass der Alkohol unnötig verfliegt.
Füllt den Likör noch warm mit einem Trichter in sterilisierte Flaschen. Lasst dabei oben etwa 2 bis 3 Zentimeter Platz im Flaschenhals. Eierlikör wird im Kühlschrank fest; so könnt Ihr ihn später bei Bedarf mit einem Schluck Milch aufschütteln und flüssiger machen.
Der Likör schmeckt am besten, wenn er ein bis zwei Tage im Kühlschrank durchziehen konnte. Im Kühlschrank hält er sich problemlos drei bis fünf Wochen. Falls er zu fest wird, einfach kräftig schütteln oder kurz bei Zimmertemperatur stehen lassen. Falls er gar nicht aus der Flasche will, hilft ein kleiner Schuss Milch direkt in die Flasche.
Bleibt noch die Frage, was man mit all dem übrig gebliebenen Eiweiss macht.

Nicht verzagen, Kollege Dani fragen. Ihr seid schliesslich auf einem Trinkportal und nicht in Tante Emmas Backstube, also haben wir eine hochprozentige Lösung für Euch. Dani hat hier einen spannenden Artikel rund um Cocktails und Eiweiss geschrieben. Damit schlagt Ihr zwei Fliegen mit einer Klappe: Ihr könnt das Eiweiss sinnvoll verwerten, und wer keinen Eierlikör mag, bekommt einen schmackhaften Cocktail.












Kommentar verfassen