In den Bars steht oft in der Karte, was für Zutaten die Cocktails enthalten, aber nicht in welchen Mengen. Das soll den Hobby-Mixologen-Gast und Konkurrenten davon abhalten, die Signature-Drinks abzukupfern. Wir tun es trotzdem, folgen unseren Instinkten und bauen die am interessantesten klingenden Kreationen so nach, wie wir denken, dass es sinnvoll ist. Heute stehlen wir ein Rezept der Garibaldi Bar, den «Chularoma». Ein äusserst sinnliches, süss-scharfes Erlebnis!
Es ist schon eine Weile her, als ich letztmals in der tollen Zürcher Garibaldi Bar einkehrte. Ich habe seit Langem vor, mich dort durch ihre Aperi-Tiki-Karte zu trinken und daraus einen Kneipentour-Artikel zu verfassen. Aperi-Tiki? Ja, genau, so beschreiben das die Barbetreiber:

Für mich als Tiki-Fan klang das schon immer extrem verführerisch! Leider hat der Tag nur 24 Stunden und ich habe es seit zig Monaten noch immer nicht geschafft, dort wieder einmal vorbeizugehen, obwohl die Bar sehr nah bei meinem Büro liegt. Und heute dachte ich mir, egal, jetzt mach ich mir selbst einen dieser supertoll klingenden Cocktail-Kreationen, eben den «Chularoma». Und der hat es echt in sich!

Als ich diese Zutatenauflistung sah, wusste ich: Das muss ich haben! Unbedingt! So schnell wie möglich! Ich sags mal so: Der Tequila dünkt mich ideal in Kombination zum Ancho Reyes Pimento, einem für bleiche, alte Europäer-Männer wie mich verdammt scharfen mexikanischen Chili-Likör mit 40 Alkoholprozenten. Das Herbe vom Tequila in Kombination mit der Schärfe des Likörs verschmelzt nun mit der Fruchtigkeit von Bergamotte, Mango, Limette und Ananas. Und das alles wird mit Tiki-Bitters abgerundet. Ein traumhaftes Gedicht!

Tja, und dann kommt der Moment, wo man vor all den Zutaten steht und sich überlegen muss, welche Masseinheiten wohl für ein optimales Geschmackserlebnis angewendet werden sollten – so wie in meiner Freyhänder-Rubrik. Nach meinem ersten Versuch, der schon sehr schmackhaft war, dachte ich, dass ich eventuell etwas weniger Ananas und Mango verwenden sollte, da die Süsse etwas zu stark war.

Ausserdem vermutete ich, dass auch etwas weniger Paprika-Likör, etwas weniger Schärfe, der Harmonie gut tun würde – zumindest für meinen sensibeln Weissbrot-Gaumen. Dafür forcierte ich die Bergamotte im Italicus ein klein wenig. Und ja, absolut, der zweite Versuch war besser ausbalanciert und einer der besten Cocktails, die ich je hatte. Zur Nachahmung dringend empfohlen! Hier ist mein finales Rezept, einfach alles im Shaker gut geschüttelt und abgeseiht:
- Tequila: 5 cl
- Italicus: 4 cl
- Ancho Reyes Pimanto: 1 cl
- Mango Purée: 0,5 cl
- Limettensaft: 1 cl
- Ananassaft: 2 cl
- Tiki Bitters: 12 Sprühstösse











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