Alkohol macht lustig, fröhlich, kreativ, mutig und verwegen, aber auch melancholisch, traurig, wütend, besinnungslos oder ballaballa … und zwar nicht nur uns Normalsterbliche, sondern auch die Götter aus TV, Musik und Film – wie die folgenden YouTube-Clips eindrucksvoll zeigen.
Starten wir mit dem grossartigen Tom Waits. Mit Zigarette, einem gewaltigen Drink, einer Stimme wie Schleifpapier, verträumt und besäuselt, gibt er 1979 in der australischen «The Don Lane Show» seinen Song «On the Nickel» zum Besten, als würde er nur dafür leben. Hut ab!
Ganz anders Enfant terrible Klaus Kinski. Es gab eine Zeit, als im Schweizer Fernsehen nicht nur Wasser, sondern auch Bier und Whisky kredenzt wurde. In diesem Interview von Kurt Aeschbacher im Jahr 1985 war aber wohl nicht das Bier für Kinskis – sagen wir mal – schwierige Art verantwortlich. Den deutschen Schauspieler kannte man nicht anders. Ich vermisse im heutigen, glatt gebügelten Fernsehen freche, unkonventionelle Interviews. Schenkt bitte den Moderatoren und Gästen wieder Bier aus.
Gegen den französischen Chansonnier Serge Gainsbourg wirkt Kinski allerdings wie ein Waisenknabe. Was sich der sturzbetrunkene Franzose 1986 gegenüber der jungen Whitney Houston herausnimmt, würde heute nicht nur zu einem Shitstorm, sondern gleich zur Guillotine führen.
Sternhagelvoll muss nicht unanständig und unsympathisch heissen. Das beweist Bier-Tasting-Papst Michael Jackson (der hiess wirklich so) im Jahr 2006 bei Conan O’Brien. Trotz offenem Hosenstall und vorangegangenem «Bier-Tasting» bleibt Jackson sympathisch und witzig. Ein typischer englischer Gentleman eben.
Engländer frönen gerne dem Hochprozentigen und haben keine Hemmungen, dies zu zeigen. Klassisch sind die Auftritte von Schauspiellegende Oliver Reed. Er vertilgte Unmengen Alkoholika, so etwa die ganze Minibar vor seinem Auftritt in der Aspel-Show im Jahr 1987. Ich hätte danach wohl gar nicht mehr tanzen können.
Gehen wir von der Studiobühne auf die richtige Bühne. Auch David Lee Roth von Van Halen war bekannt dafür, kein Kind von Traurigkeit zu sein. 1983 zelebrierte er Rock ‚n‘ Roll auf der Bühne wie er sein sollte: laut, frech und feuchtfröhlich.
Heute gilt hingegen ein Justin Bieber mit Weinglas bereits als Skandal.
Das war noch vor 14 Jahren anders. Billie Joe von Green Day trank nicht nur gerne, sondern liess aufgrund der kurzen Spielzeit an einem Konzert im Jahr 2012 seiner Wut freien Lauf.
Kein Rockstar konnte es allerdings mit Keith Moon von The Who aufnehmen. An einem US-Konzert im Cow Palace in Daly City im Jahr 1973 war der Schlagzeuger derart angeschlagen, dass er zusammenbrach. Er wurde von Roadies herausgetragen und unter eine kalte Dusche gestellt. Nach einer zusätzlichen Kortisoninjektion stolperte er wieder auf die Bühne … wurde aber kurze Zeit später erneut ohnmächtig. Gitarrist Pete Townshend musste fragen, ob jemand aus dem Publikum Schlagzeug spielen könne und fand tatsächlich einen Freiwilligen. Townshend sagte später in einem Interview, dass Moon an diesem Abend Ketamin-Pillen zusammen mit einer grossen Menge Brandy konsumiert hatte.











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