Schon im alten Rom gab es Wermutwölfe … und was für welche. Einer davon war Novellius Torquatus. Er beeindruckte mit seinem Trinkvermögen keinen geringeren als Kaiser Tiberius. In einem Zug schluckte er so viel wie Gérard Depardieu an einem ganzen Tag.
Dass die Römer Wein liebten, ist allgemein bekannt. 1 Liter pro Kopf und Tag soll üblich gewesen sein. Für diese Menge haben Wermutwölfe nur ein müdes Lächeln übrig.
Denn ein richtiger Trinker verträgt mehr – viel mehr. Einer der bekanntesten Schluckspechte in der Antike war Novellius Torquatus, der sogar in dem Mammutwerk «Naturalis historia» von Plinius dem Älteren zu Ehren kam. Im Kapitel 28 über die Trunkenheit schreibt dieser:
«In der Ausübung ihrer Trinkkünste suchen die Parther ihren Teil des Ruhmes. Alcibiades erwarb sich dadurch bei den Griechen seinen grossen Ruf. Auch bei uns konnte Novellius Torquatus von Mediolanum – ein Mann, der alle Ehren des Staates von der Präfektur bis zum Prokonsulat innehatte – drei congii in einem einzigen Zug austrinken. Dies führte zu seinem Spitznamen «Tricongius». Er tat dies vor den Augen des Kaisers Tiberius; zu dessen grossem Erstaunen und zu seiner Verblüffung …»
Lasst uns kurz in Ehrfurcht innehalten …
Bevor jetzt jemand einwendet: «Drei Was-auch-immer sind doch nichts! Das schaff ich mit links!», ein klitzekleiner Exkurs zu römischen Flüssigkeitsmassen: 1 Congius sind ungefähr 3,3 Liter. Der gute alte Novellius Torquatus trank also nicht drei Glas Wein in einem Zug, auch nicht drei Flaschen, sondern sage und schreibe fast 10 Liter oder 13 heutige Flaschen vergärten Traubensafts. Auf Ex! Ohne ins Koma zu fallen, ohne zu ko****n! Dass dies die Bewunderung eines Kaisers erweckt, mag einige erstaunen. Ein Wermutwolf zollt ihm Respekt. Immerhin bekleidete Novellius Torquatus trotz oder wegen seines Weinkonsums die höchsten römischen Ämter.

Um diese unglaubliche Menge nochmals zu verdeutlichen: Wie Ihr sicher wisst, ist der französische Schauspieler Gérard Depardieu kein Kind von Traurigkeit. Doch selbst er köpfte nach eigenen Angaben nicht mehr als 14 Flaschen – an einem ganzen Tag. Dem Franzosen muss man allerdings zugutehalten, dass er im Gegensatz zu den alten Römern seinen Wein nicht verdünnt und seine tägliche Ration Alkohol mit diversen Spirituosen, Likören und Champagner auflockert. Doch wer weiss, vielleicht genehmigte sich Novellius Torquatus nach einem grossen Pokal Wein zusätzlich den einen oder anderen Schluck …












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