Der Whisky Trek umfasst 26 Gasthöfe, in denen man verschieden gelagerte Versionen des «Säntis Malt» verkosten kann. In diesem Jahr wird das zehnjährige Jubiläum gefeiert. Aus diesem Anlass wurde nun ein Blend dieser 26 Whiskys herausgegeben. Natürlich haben wir ihn probiert.
Wenn man sämtliche 26 Gasthöfe, respektive die Fassabfüllungen, degustiert hat, kriegt man als Geschenk eine Gürtelschnalle im Wert von 350 Franken ausgehändigt. Seit sehr langer Zeit hatte ich mir schon vorgenommen, wenigstens einmal eine Station abzuwandern. Jetzt war es endlich so weit.

Zuerst besuchten wir die «Brauerei Locher» (welche Trekmeisterin und in letzter Zeit öfter in Bezug zu Gerüchten wegen der Chopfab-Brauerei in Winterthur erwähnt worden ist, was sich mittlerweile geklärt hat), zischten im Taproom ein leckeres Bier (ich wählte das Dinkelbier), absolvierten den Brauerei-Rundgang, gefolgt von einer kleinen Shopping-Tour, und machten uns dann auf in Richtung «Hotel Kaubad», Punkt 26 auf der Whiskytrek-Karte.

Anfänglich führt der Weg quer durch das hübsche Städtchen, vorbei an zahllosen Einkaufsgelegenheiten, wo man hiesige Spezialitäten wie die berühmten Biber-Fladen kaufen kann, hinein in den Wald, wo es dann eine Weile lang bergauf geht, bis man aufs offene Feld hinaus tritt, das voll vermint mit, äh, Dünger war …

Und ländlich ging es weiter, an einem eindrücklichen, weitläufigen Camping-Platz vorbei. Die Kinder-Spielplätze scheinen sich seit meiner Krabbelzeit doch ziemlich stark weiterentwickelt zu haben, denn wir hatten noch keine Baggerarbeiten-Plätze oder Traktoren und so …

Nach 75 Minuten kamen wir am Zielort an und freuten uns, dass ein italienisches Restaurant Teil des Hotels ist, «Little Italy», in dem wir toll bewirtet worden sind. Auch bei der urbaneren Bevölkerung unten scheint das Restaurant, die Pizzen, völlig zurecht beliebt zu sein. Doch nun zum Wichtigsten: Whisky!

Das 10-cl-Fläschen vom dortigen Whisky entsprach nicht dem Text von der Webseite. Da es beim Hotel jedoch schon mehrere Wechsel gegeben hat, ist das wohl nicht sehr erstaunlich. Der Whisky schmeckte gut, etwas fruchtig, ein wenig krautig, trotz zarten 43 Volumenprozenten (im Büchlein und auf der Webseite ist von 50 Volumenprozenten die Rede) alkoholisch, hat mich aber auch nicht gerade in Begeisterungsstürme versetzt.

Der Blend der 26 Trek-Fässer hingegen schmeckt mir (und auch Sascha, dem ich eine Probe davon ins Büro brachte) hervorragend. Die auf 1600 Flaschen limitierte Sonderedition (48 % Vol.) soll gemäss Shop-Text nach geröstetem Malz, Butterkaramell, tropischen Früchten und würzigem Pfeffer schmecken. Ich würde hier zum Beispiel noch Kandiszucker hinzufügen. Auf jeden Fall ein herrlicher Genuss.

Preislich sind Schweizer Whiskys oft in einem vergleichsweise hohen Bereich angesiedelt. Diese Jubiläums-Edition kostet für nur fünf Deziliter sportliche 109 Franken, wobei 5 Franken pro Flasche an den Bergwirteverein zur Sanierung eines Wanderwegs gehen.

Im Shop der «Brauerei Locher» hatte ich mir zusätzlich eine Flasche ihres «Snow White» Whisky’s mit Zwetschgen-Finish zugelegt, ebenfalls mit 48 Umdrehungen. Sehr lecker! Die Mischung aus 6-jährigem Whisky und Fruchtbrand besticht mit einem würzigen Geschmacksprofil und kostet allerdings auch immerhin 82 Franken für den halben Liter.

Im Coop erhält man 7 dl vom 12-jährigen «Glen Morangie»-Single Malt für schlappe 30 Franken. Natürlich ist das nur schwer vergleichbar mit den Appenzeller Lebenswasser, doch manchmal kommen mir die hiesigen Produkte schon etwas gar teuer vor. Aber nun gut, man unterstützt ja gerne die Schweizer Wirtschaft und die hohe Qualität ist unbestritten.

Als man mir im «Hotel Kaubad» das Whisky-Fläschchen überreicht hatte, wurde mir mitgeteilt, dass jetzt dann aber sowieso Schluss mit dem Whisky-Trek sei. Perplex rief ich später die «Brauerei Locher» an, wo man mir sagte, dass das Aus nicht fix sei, dass gerade jetzt Sitzungen zu diesem Thema anstünden.

Ich fragte noch, ob es eigentlich viele Leute gäbe, welche die volle Tour mit den 26 Gasthöfen/Degustationen geschafft hätten. Das wurde bejaht und offenbar habe es tatsächlich auch solche, äh, Intensivnutzer gegeben, die das in ein oder zwei Tagen vollbracht hätten … Ich kann mir zwar fast nicht vorstellen, wie das möglich sein soll, aber ich schätze, wenn man so richtig Bergsteiger-fit und Bukowski-trinkfest ist, könnte das wohl im Bereich des Machbaren sein. Vielleicht habe ich nun zu lange zugewartet, um mit dieser Tour zu beginnen, ich hoffe es nicht. Wir bleiben dran …











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