Caribbean Cocktail-Hour – Der Green Swizzle

Jetzt wird es karibisch. Der Green Swizzle-Cocktail ist einer meiner Allzeit-Favoriten. Er besticht durch seine Ausgewogenheit von süssen, fruchtigen und herben Geschmacksnoten. Doch Vorsicht: Die Kreation ist eher etwas für trinkfeste Geniesser. Viel Eis ist Pflicht und hilft, kühlen Kopf zu bewahren!

Barbados

Auch von diesem Drink existieren zahllose Variationen. Ich werde nicht Partei ergreifen. Ob die Ursprünge nun in Trinidad oder Barbados liegen, ob man die modernen Versionen mit Minz-Likör als Purist verschmäht oder nicht, ob man ebenso der Meinung ist, dass Absinthe zu viele Botanicals im Vergleich zu den alten Wermut-Bitters ins Glas hinzufügt, es ist mir einerlei. Denn der grüne Swizzle ist in jeder Machart ein Hochgenuss!

Mit diesen Zutaten habe ich aktuell gearbeitet.

Zuerst zur Form. Ideal wäre wohl ein grosses Cocktail- oder ein simples Highball-Glas mit reichlich Crushed Ice aufgefüllt. Und wenn die Zutaten drin sind, wird mit einem sogenannten Swizzle Stick verrührt. Im Notfall tut es auch ein konventioneller Barlöffel. In der modernen Form – und ich halte mich hier an die Version von Make me a Cocktail und Difford’s Guide, die lediglich in der Dosierung leicht differieren – gebe man in den Behälter hinein:

  • 30 ml weisser Rum (meistens Bacardi)
  • 10 ml Overproof Rum (möglichst ein weisser Rum)
  • 25 ml Falernum
  • 15 ml Limettensaft
  • 5 ml Absinthe (ja, eigentlich wäre hier etwas Grünes angesagt. Ich mixe meistens und auch hier trotzdem mit Kübler)
  • 5 ml Crème de Menthe (und auch hier wäre wohl etwas Grüneres ideal, als den qualitativ hervorragenden Matter-Spirits-Likör, den ich hier verwende)
Trinidad

Farbe und Dekorationen sind mir nicht wichtig. Es muss schmecken! Und diese Version ist extrem lecker, auch wenn ich finde, dass ein paar Dashes Angostura Bitters den Cocktail erst so richtig perfekt machen.

Der Swizzle Stick ist eigentlich ein karibischer, ziemlich klobiger Rührstab. Es gibt aber auch moderne Ausführungen. Hier in diesem Video seht ihr das traditionelle Instrument:

Entstanden Ende 19. Jahrhunderts, war der Drink in den karibischen Hotels bis in die 30er-Jahre des 20. Jahrhunderts sehr beliebt. Nach den Weltkriegen ging er etwas in Vergessenheit (Make Cocktails, not War!). Man kann davon ausgehen, dass eher starker Rum verwendet wurde, zumal man früher der Wirkung von Alkohol noch nicht so ausgeprägt ausweichen wollte wie heutzutage. Insofern macht die Zugabe von Overproof Rum Sinn.

Er macht den Cocktail auf ursprünglichere Art. In der Schweiz habe ich keine Quellen für Wormwood Bitters (Wermut Bitters) gefunden, nur bspw. bei Amazon. Sachdienstliche Hinweise gerne als Kommentar.

Wie das so ist, entwickelte sich die flüssige Kreation im Laufe der Jahrzehnte. Aus einer ziemlich einfachen Mischung ging ein Cocktail hervor, welcher mich in seiner heutigen Form staunen lässt. Diese eskapistische Mischung von so vielen verschiedenen Einflüssen ergibt in seiner Gesamtheit ein Produkt, welches – zumindest in der richtigen Stimmung, in der richtigen Gesellschaft, mit der richtigen Einstellung – einfach masslos begeistert, endlos gute Laune macht. Wohl bekomms!

Autor

  • Wermutwolf Daniel Frey

    Ich habe Freude am Schreiben. Und am Trinken. Und am Schreiben, während ich trinke. Während des Vollmondes oder während des Trinkens verwandle ich mich in meine wölfische Urnatur.

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