… dann bin ich um den Schlaf gebracht, ich kann nicht mehr die Augen schliessen, und meine heissen Tränen fliessen …» An dieses berühmte, hier leicht veränderte Nachtgedanken-Gedicht von Heinrich Heine musste ich denken, als ich die neusten Zahlen zum eidgenössischen Trinkverhalten erdulden musste.
Am Abend bevor die aktuellen helvetischen Bierstatistiken veröffentlicht wurden, hatte ich ein Geschäftsmeeting mit einem Kunden, der in Deutschland arbeitet. Ich schlug vor, dass wir das Treffen am Glühweinstand abhalten, was er gerne angenommen hat. Er hätte mir das ebenso vorgeschlagen, wenn ich ihm nicht zuvorgekommen wäre, wie er mir später sagte. Und er erzählte mir im Verlauf der kommenden Stunden auch, wie der Bierkonsum in der deutschen Unternehmenslandschaft beschaffen sei. Und da wären bei mir tatsächlich fast heisse Tränen geflossen … Was für ein Unterschied zu unserer heimischen Abstinenzlerkultur! (Nicht nur Bier, auch der allgemeine Alkoholkonsum ist konstant rückläufig)

Auch in der aktuellen Jahresbericht-Periode (Oktober 2023 bis September 2024) wurde hierzulande erneut weniger Bier getrunken (minus 1,6%), auf erstmals seit Messbeginn unter 50 Liter pro Kopf. 1990/1991 betrug dieser Wert noch 71 Liter. Zu berücksichtigen ist bei diesen Zahlen, dass sich der Anteil der alkoholfreien Bieren konstant erhöhte, auf aktuell bereits sieben Prozent. (plus 12% gegenüber dem Vorjahr)

Schweizer Biere verzeichneten ein Minus von 1,7% auf 3,5 Mio. Hektoliter, die ausländischen Biere ein Minus von 1,3%. Etwas mehr als jedes fünfte Bier ist importiert (963 k Hektoliter). Weiterhin ist der Gastronomieanteil rückläufig, auf aktuell gerundete 31%, was also 69% für den Detailhandel bedeutet.

Und nun zu den Erklärungen. Ich persönlich kann einige von ihnen nachvollziehen, andere weniger. Im Berichtszeitrum hatten wir schlechtes Wetter. Okay, nachvollziehbar, man ist weniger draussen in den Gartenbeizen, beim grillieren und so. Aber die unsichere Weltsicherheitslage? Äh, wieso? Klar, man kann Bier trinken wenn es einem gut geht, in netter Gesellschaft. Ich weiss ja nicht wie es euch geht, aber wenn ich mir die aktuellen News einflösse, dann bekomme ich öfter ebenso Lust darauf, ungleich mehr Bier hinterher fliessen zu lassen … Vieles kann man sich allerdings wirklich nicht mehr schöntrinken …

Und was der Schweizer Brauerei-Verband in seinem Pressecommuniqué vom 21.11.2024 festhält, vielleicht bezüglich Wortwahl etwas mehr in Watte verpackt, darüber berichten auch wir immer wieder: Dass diese unsägliche «Jeder Tropfen Alkohol ist gefährlich»-Kampagne pseudo-wissenschaftlicher Unsinn ist und der Komplexität aller Einflüsse, Faktoren nicht im geringsten gerecht wird.

Ein Beispiel: Uiuiui, Alkohol macht Krebs! Im aktuellen Bericht sind es nach wie vor die Tschechen, welche mit riesigem Abstand am meisten Bier trinken. Satte 136 Liter pro Kopf! Auf Rang zwei folgen die Österreicher mit 102 Liter. Bei den Inzidenzwerten von Krebs liegen die Tschechen jedoch im EU-Schnitt und die Österreicher sehr deutlich darunter, auch deutlich unter dem Schweizer Wert.

«Bier ist der Beweis, dass Gott uns liebt und will, dass wir glücklich sind», meinte einst Benjamin Franklin, auch wenn es eventuell eine Misinterpretation ist und es dabei eigentlich um Wein ging. Wir beim Wermutwolf werden jedenfalls auch künftig dem feinen Gerstensaft huldigen. Kürzlich hatte ich am Black Friday zugegriffen und mir einige Dosen vom italienischen Granda-Bier «Ghosst», im belgischen Starkbier-Stil, für den halben Preis bestellt. Sehr, sehr lecker! Eben, an mir solls nicht liegen …

Ausserdem befinden wir uns nun im Dezember und das läuft bei mir zu Hause immer auf eine gehäufte Vielfalt heraus, dank des hopfigen Adventskalenders von Bierliebe.ch, die uns in unserer relativ kurzen Existenz (Gegründet 5.5.2023) schon zwei Mal Sponsoringpreise für unsere Leserschaft, für Euch, gegeben haben und deshalb hier wiedermal dankend erwähnt sein sollen. Für jedes Türchen filmen sie einen Videoclip, in dem sie das jeweilige Bier kurz vorstellen und probieren. Cheers! Auf gute Gesundheit!











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