Seit ich ein Wermutwolf bin, achte ich viel mehr auf das, was ich an alkoholischen Getränken zu mir nehme. Auch im Urlaub. Hier für euch Fragmente aus der hochprozentigen Toskana.
Gemäss Wikipedia ist Carrara eine italienische Stadt mit etwas über 60’000 Einwohnern, am Tyrrhenischen Meer, ca. 100 Kilometer nordwestlich der Provinzhauptstadt Florenz, östlich von La Spezia gelegen. In der Toskana war ich schon oft, doch noch nie hier. Berühmt ist die Stadt wegen der Marmorsteinbrüche. Deswegen mietete sich dazumal schon Michelangelo hier eine Wohnung. Die ganze Stadt ist voll von Marmorböden und -Statuen. Beim Ausflug ins Zentrum der Stadt kam ich aus dem Staunen kaum heraus, da sich hier die verschiedensten Jahrhunderte vermischen. Früheste Siedlungen stammen gar aus der Altsteinzeit! Doch genug des geographisch-kulturellen Geschwurbels – fokussieren wir uns auf die Lebenswasser!

Ich will euch nicht mit zu vielen Details langweilen, machen wir das eher wie ein Bravo-Fotoroman. «Liebes Bravo: Ich bin immer so durstig. Ist mein biologischer Vater möglicherweise Gérard Depardieu?» 🙂
Beginnen wir mit der Reise ans Urlaubsziel. Als wir im Tessin ankommen, bestelle ich ein Rud Bier, La Cavergnesa, offenbar mit Hopfen aus dem Maggiatal:


Das war die Rettung für meinen völlig unterhopften Zustand! Als wir in Carrara angekommen sind, gehen wir einkaufen. Und nach der langen Fahrt haben wir Durst. Grossen Durst. Wir kehren in ein Spezialitätenlokal ein, wo ich mir ein Birra Moretti gönne – klar, wir sind ja in Italien … Aber dann die Überraschung: Es gibt 66-cl-Flaschen! Doppelt so gross wie die Schweizer Mikro-Fläschli! Freude herrscht!


Am Tag darauf gehen wir in einen Supermarkt. Ich staune über die günstigen Preise:

Es folgt Konfusion. Mehrere Whiskys haben kein Preisschild. Der Manager telefoniert, ich google. Ich sehe, dass der Glen Scotia Victoriana den ich möchte, in der Schweiz 90 bis 105 Franken kostet. In Italien natürlich bedeutend weniger. Wir einigen uns auf 60 Euro.

Da der Whisky mit Fassstärke von 54,2 % daherkommt, geniesse ich ihn mit Eis. Bei diesen Temperaturen keine schlechte Idee. Selbst nachts herrschen noch gefühlte 37 Grad …
Am nächsten Tag machen wir einen Ausflug nach La Spezia. Am Hafen sitzen wir bei mitili & mitili gemütlich draussen mit Blick auf zig Yachten und eine riesige MSC-Ozean-Stadt. Die Karte macht es mir nicht einfach. Ich schwanke hin und her, ob ich den Spicy Paloma oder den Negroni Blanco bestellen soll.

Ich hatte gerade nicht so Bock auf Tabasco, entscheide mich für den Negroni Blanco. Und der war richtig grosse Klasse!

Der Negroni für den Genuss, ein kleines Bier für den grossen Durst:

Zurück in Carrara gibt es im Lokal, wo wir unser Abendbrot zu uns nehmen nebst der Speisekarte auch noch eine Bierkarte. Grossartig!

Wir wollten dort schon am Abend zuvor essen gehen, doch waren sie restlos ausgebucht. Und glaubt mir, das Universo ist riiiiiiiiesig!

Als IPA-Fan habe ich mich richtig entschieden. Das Thekla mundet hervorragend. Hier dazu die Tasting-Notizen aus dem Übersetzungs-App:



Bei einem weiteren Einkauf im Supermarkt wählte ich ohne wirklich hinzusehen diese Tasche zum Transport:

Ich weiss, was ihr jetzt denkt. Oder was ihr denkt, was ich dachte. Aber es hat nichts mit dem Kult-Cocktail zu tun, dieses Negroni macht in Fleischwaren …
Ein lokales Bier, das allerorten anzutreffen ist und sehr gut schmeckt, ist das Ichnusa:

Als wir die berühmte Piazza Alberica erforschen, erinnert mich diese Marmorskulptur daran, dass ich bei dieser Hitze genug trinken sollte:

Ich wähle ein Bier aus, das ich noch nie hatte. Zwar von einem Grosskonzern, doch erstmals in diesem Urlaub auch ein Bier mit etwas mehr Power:

Neben dem Lokal, in dem ich meinen elefantösen Durst löschte, hätte es noch ein Grizzly Pub gegeben, doch war es leider geschlossen. Tierisch …

Bei diesem Ausflug ins Centro kehrten wir zum Schluss in eine supertolle American Bar ein. Und verflixt und zugenäht, wir wissen leider nicht mehr, wie sie hiess und ich habe es auch mit Google nicht herausgefunden. Ausserdem habe ich von allem Möglichen Quittungen, doch nicht hiervon… Shit happens … Jedenfalls: Es war gemütlich, hatte nettes Servicepersonal, welches sogar der englischen Sprache mächtig war, und es gab feine Flüssignahrung!


Zum Abschluss bestellte ich mir einen Daiquiri. Die Bedienung fragte mich, ob ich ihn mit Maracuja haben möchte. Als abenteuerlustiger Wermutwolf bejahte ich selbstverständlich. Es war himmlisch!

Was mich immer wieder irritierte, waren die Preise. Im Café Mexico bestellten wir beispielsweise eines Abends einen Negroni und einen Fernet Branca. Kostenpunkt: Acht Euros! In Zürich wäre das vermutlich ungefähr dreimal so teuer.
Dieser Schnappschuss stammt aus einer Bar in der Nähe von «unserem» Strand, wo die Drinks etwas teurer waren:

Für den Aufpreis gabs aber eine Showeinlage. Plötzlich begann ein sichtlich begabter Mann, der höchstwahrscheinlich einmal Opernsänger war, zu singen. Keine Ahnung was da gesungen wurde, aber alle anderen in der Bar stiegen mit ein, und ein Hund wollte ebenfalls partizipieren. Auch das ist Italien.
Wofür wir leider zu früh im Urlaub waren, war das hiesige Bierfest. Schade. In Zürich dauert das Bierfest zwei Tage. In Carrara offenbar zwei Wochen! Allerdings scheint dafür nur eine einzige Brauerei Bier auszuschenken, Nordbräu aus Ingolstadt … Tja, es wäre sicher trotzdem ein Gaudi geworden.

Kommen wir langsam zum Schluss. Auf dem Nachhauseweg mussten wir wegen Staus diverse Umwege fahren, und einer davon führte uns zur Viamala-Schlucht in Graubünden. Man beachte bei deren Website die absolut legendäre Cookies-Meldung, bei der man kaum so herzlos sein kann, sie abzulehnen …


Und um diese Touri-Clichés-Parade nun abzuschliessen: Was nimmt man aus Italien wohl noch mit nach Hause? Genau, einen Limoncello … 🙂












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