Elche und Alkohol sind eine explosive Mischung. In Skandinavien terrorisieren die riesigen Vierbeiner Kindergärten und Altersheime, wenn sie zu viel gekippt haben – oder bleiben sogar in Apfelbäumen stecken.
Nicht nur Bären und Wölfe können im hohen Norden dem Menschen gefährlich werden. Der norwegische Bezirkstierarzt Paul Stamberg warnt in der Kronen Zeitung: «Sei auf der Hut, wenn du dich einem Elch näherst, der an Äpfeln herumgeknabbert hat. Sein Verhalten ist völlig unberechenbar.»

Seine Warnung kommt nicht von ungefähr. Werden die Äpfel reif, werden die Elche heiss. Der Grund: Reife Äpfel beginnen zu gären; der Zucker in den Früchten verwandelt sich in Alkohol. Bleiben die Früchte liegen, nimmt der Alkoholgehalt stetig zu, bis sie von hungrigen Elchen verzehrt werden. Und die können oft nicht mit Hochprozentigem. So stürmen die benebelten Tiere schon mal einen Kindergarten oder ein Altersheim – so geschehen in Schweden.

So hüpfte etwa ein betrunkener Elch im Örtchen Timrå, knapp 400 Kilometer nördlich von Stockholm, durch ein geöffnetes Fenster eines Kindergartens. Dass es dabei keine Verletzten gab, ist der beherzten Kindergärtnerin Eva Svedin zu verdanken. Mit einem Klaps auf das Hinterteil des Störenfrieds verjagte sie diesen, bevor er randalieren konnte.
Da hatten die Bewohner eines schwedischen Altersheimes weniger Glück. Dort tat sich gleich eine ganze Horde der Trunkenbolde an vergorenen Äpfeln im Vorgarten gütlich und begann Unfug zu treiben. Erst eine Polizeistreife mit Hunden und Gewehren konnte die Süffel vertreiben.
Ähnliches erlebte ein schwedischer Hausbesitzer. Auch in seinem Garten hatten vier Elche und ein Kalb zu viele Äpfel «gekippt» und machten Stunk. «Es überrascht mich nicht, dass er die Polizei gerufen hat, als er einer Bande von fünf betrunkenen Elchen gegenüberstand», meinte Polizeisprecher Albin Näverberg. «Sie können wirklich gefährlich sein. Sie werden furchtlos. Anstatt zurückzuweichen, wenn sich jemand nähert, kommen sie auf einen zu. Sie können sogar losrennen und auf einen zustürmen.»
Manchmal kann der übermässige Apfelkonsum aber auch für Elche tragisch enden. Eine Elchkuh hatte sich im Göteborger Vorort Saro dermassen mit alkoholschwangeren Äpfeln vollgestopft, dass sie nicht mehr wusste, wo hinten und vorn ist – und blieb im Apfelbaum stecken. Polizei und Rettungsdienste konnten das arme Tier schliesslich befreien.

Und die Moral der Geschicht’: «Ist ein Elch mit Äpfeln in Sicht, nähere dich nicht!»











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