Die zweite Strophe des Schweizer Psalms beginnt mit «Kommst im Abendglühn daher». Das kann ja nur eine Bedeutung haben, Zwinker, Zwinker! Deshalb hoch die Tassen auf den heutigen Schweizer Nationalfeiertag! Mit einem angemessenen Cocktail …

Wie so oft bin ich auf diesen Cocktail über das «Savoy Cocktail Book» gestossen, so etwas wie eine Bibel der Wermutwölfe. Nun ja, zumindest von mir, Sascha würde das wohl anders sehen … Der leckere Drink heisst, wie man sieht, einfach «Suisse Cocktail» und setzt sich aus Zutaten zusammen, die hierzulande seit gefühlten Ewigkeiten kultiviert werden. Ich habe das bei meiner Kreation noch akzentuiert:

Anisette ist ein Likör, der süsslich ist. Das fehlt aktuell in meiner Bar (unglaublich, ich weiss … :-)). Also nehme ich einen Pastis, der nicht Likör-süss ist und mit höherem Alkoholgehalt daher kommt als Anisette, füge mit ein wenig Honig jedoch etwas Süsse hinzu. Der vegane Eiweiss-Ersatz ist ebenfalls ein heimisches Produkt, wie natürlich auch der Absinthe, der sich an Motorradfahrer wie auch Eishockey-Fans richtet. Ich reite keine Harley, bin aber Die-Hard-Eishockey-Fan, und das ist für mich ein starker Bezug, den ich zu diesem Land habe, in das ich geboren wurde.

Dreimal (wie Uri, Schwyz und Unterwalden …) standen die Eisgenossen in einem WM-Final. Dreimal musste eine schmerzliche Niederlage verarbeitet werden. 2013 war die Premiere. Mit unglaublicher Energie und eisernem Willen stürmten sie, ohne ein einziges Mal zu verlieren, in den Final. Dort wirkte es, wie wenn sie plötzlich realisierten, was sie vollbracht hatten, und sie strichen leider sehr verkrampft und chancenlos gegen die Schweden die Segel.

Nach dieser Finalniederlage galt es, sich wieder zu sammeln. Falls jemand gerade Bock hat, die Landeshymne zu singen, hier ist die Melodie dazu:
Über die Finalniederlage 2018 – auch wieder gegen Schweden – will ich keine grossen Worte verlieren, da das nicht verheilte Wunden hinterlassen hat. Die Schweiz führte. Selbst im Penaltyschiessen. Und doch … nachdem es vorbei war, konnte ich eine ganze Weile nicht mehr sprechen und vielen meiner Landsleute ist es wohl gleich ergangen. Und dieses Jahr kam es dann zur vorerst letzten Finalniederlage, gegen die Bier-Nation Tschechien, in Prag. Apropoz Bier: Ich bin stolzer Besitzer einer Autogrammkarte vom legendären ZSC-Verteidiger und langjährigem Nationalspieler Mathias Seger im Nati-Trikot:

Was will ich mit all dem sagen? Heute feiern wir die Schweiz. Die ist genauso unperfekt wie alles andere, doch ein solch kleines Land hat vergleichsweise verdammt viele tolle Bierbrauereien, Destillerien oder Eishockey-Stars hervorgebracht. Auch kultige Schriftsteller, wie den unvergleichlichen Dürrenmatt, Frisch, Gotthelf etc., Forscher wie Jeremy Narby oder Musiker wie Mani Matter. Das soll heute gefeiert werden. Vielleicht zum Sound der grossartigen westschweizer Hip-Hop-Band «Sens Unik», die ich in Montreux glücklicherweise noch live erleben durfte:
Ich schliesse mit Dürrenmatt: «Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken!» Hopp Schwyz! Cheers! Einen schönen, feuchtfröhlichen 1. August an alle Wermutwölfe da draussen!











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