Als wir den Wohlener Brennmeister Daniel Röthlisberger im Freiamt in seiner Maygreen-Destillerie besuchen, sind wir beeindruckt über die vielen verschiedenen Produkte, die sich schön präsentiert aneinanderreihen, und die oft von alten Sorten stammen, denen seine Leidenschaft primär gehört.
Dani brennt hier erst seit 2019, heimste aber schon diverse Preise ein. Sein Bierbrand Bier Paul 10 gewann beispielsweise an der DistiSuisse 2021/2022 den Kategoriensieg und wurde 2023 von Falstaff im Tasting mit hervorragenden 93 Punkten bewertet.

Als der Villmerger Werner Steinmann, dem Dani schon immer zusammen mit seinem Vater ihre Früchte zum Brennen brachte, einen Nachfolger suchte, war dies die Initialzündung. Nachdem in Hägglingen die Location gefunden wurde, ging es frisch ans Werk.
Dani geschäftet vor allem lokal, die Rohstoffe kommen aus der Region, mit hohem Qualitätsanspruch. Hochstammfrüchte, die man auch gerne essen würde, möglichst naturbelassen, keine Massenproduktion. Und das schmeckt man auch. Seine Ananasrenette, ein sortenreiner Apfelbrand, gefällt mir so gut, dass ich eine Flasche davon ersteigere. Wie der Name impliziert, riecht diese Apfelsorte – respektive deren Schale – nach Ananas. Auch der Gelbmöstler ist unglaublich lecker.

Als Dani immer wieder auf Gin angesprochen wurde, geht auch er auf den Hype ein und tüftelt letztlich über 300 Stunden an seinen Rezepten. Auch diese Spirituosen, die es im Abonnement gibt, überzeugen im Wermutwolf-Tasting:
Sein Unternehmen bietet nebst seinen eigenen Destillaten auch eine Lohnbrennerei, Events und Kurse. Es ist schwer zu glauben, dass jemand mit einem derart tollen Angebot (noch) nicht ganz davon leben kann, und nebenbei jobben gehen muss.

Wir unterhalten uns blendend, die Stunden vergehen wie im Flug, und zurückbleibt der Eindruck, einen interessanten, tüchtigen Menschen kennengelernt zu haben, der seinem Metier mit grosser Leidenschaft nachgeht. Wir freuen uns schon auf viele weitere Gaumenfreuden vom Maiengrün.











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