Es ist so weit: Die Temperaturen steigen regelmässig über die 30-Grad-Marke, das Wetter entspricht immer öfter dem weltpolitischen Klima – heiss! Da muss man kühlen Kopf bewahren, wobei sich das mit einem ebenso kühlen Drink selbstverständlich einfacher bewerkstelligen lässt. Ein Prost auf den bevorstehenden Sommer!
Bier vor Schnaps, sonst gibts einen Klaps! Das Birra Moretti steht für mich sowieso für ein typisches Sommer-Bier. Im letzten Italien-Urlaub war es für mich oft das Instrument, um nicht zu überhitzen und unterhopfen. Und diese mächtigen Zweidrittelliter-Flaschen, welche ich hier in der Schweiz leider noch nie sah, stillten dort auch den grossen Durst. Kürzlich erschien nun eine neue Sorte im Moretti-Universum: Das «Sale di Mare».

Natürlich handelt es sich nur um eine Prise Meersalz, die ins süffige Lagerbier (4,8 % Vol.) dazugegeben wird, und doch dünkt es mich in möglichst kühler Form noch etwas erfrischender als die Standardvariante. Normalerweise bevorzuge ich speziellere Craftbiere wie IPA’s, doch im Sommer verlangsamen sich die Gedanken, das Neandertal-Hirn übernimmt die Kontrolle und es geht nur noch darum, ein leicht bekömmliches Bier herunterzustürzen, ohne viel Federlesens. Und für dieses simple Grundbedürfnis ist das «Birra Moretti Sale di Mare» perfekt. Vermutlich wäre Birra Moretti jetzt froh, wenn ich sie nicht weiter loben würde … PS: Wir alle haben ein paar Prozente Neandertaler-DNA in uns, doch meine Recherchen laufen noch, inwiefern sie unseren Alkoholkonsum beeinflussen … 🤓

Doch der Mensch lebt nicht vom Bier allein. Nach einer gewissen Zeit braucht er einen Schnaps. Dieses leicht abgewandelte Woody Allen-Zitat zielt in diesem Fall auf meine geliebten Agaven-Spirits. Ich staunte nicht schlecht, als ich letzthin im Coop einen Tequila zum mixen ersteigern wollte (normalerweise wähle ich dafür «Espolon») und meine von der Arbeit trüben Augen plötzlich schachtelweise «Patron Silver»-Tequila erblickten.

«Patron Silver» kostet etwa 41 Prozent mehr als der «Espolon», nämlich rund 55 Franken für eine 7-dl-Flasche. Beides ist sogenannter 100 % Blaue-Weber-Agave-Tequila. In meiner Artikelserie über die mexikanischen Agavenbauernproteste erwähnte ich «Patron» Tequila im Zusammenhang mit der «ohne Zusatzstoffe-Zertifikat»-Thematik.

Schwierig zu sagen, ob Patron nur über ein verdammt gutes Marketing verfügt (es ist «Premium», ach Quatsch, «Ultra-Premium», weisste …), doch ich für meinen Teil finde es sensorisch schon ein sehr gutes Produkt. Patron kostet sogar ca. 234 % mehr als Sierra Tequila (23 Fränkli). Ja genau, das ist der mit dem Hütchen. Insofern ist es vielleicht fast etwas dekadent, Patron als Mix-Tequila zu nutzen, aber ja, doch, ich finde, es lohnt sich.

Im Sommer liebe ich einen frisch-fruchtigen Paloma-Cocktail, und zwar ohne süsse Zusätze wie Agavensirup oder Cointreau, sondern ganz straight nur mit ungelagertem Blanco-Tequila, Limettensaft, Grapefruit-Limo und – wie beim «Birra Moretti Sale di Mare» – einer Prise Salz. Und ganz ehrlich – wie schon oft erwähnt, wir kriegen kein Geld oder flüssige Naturalien von den Herstellern, ausser wir deklarieren es klar und deutlich – die Version mit dem «Patron Silver» fühlt sich so gut an, dass ich nun dauerhaft auf dieses Produkt umgestiegen bin.

Natürlich muss man immer abwägen, was einem gute Qualität wert ist, wie man die Produkte verwendet und wie gross sich der Unterschied wirklich anfühlt. Ich weiss, dass ich diesbezüglich privilegiert bin. Selbst wenn ich einmal über die Stränge schlage, leide ich anschliessend praktisch nie unter Kopfschmerzen. Vielleicht ein, zwei Mal pro Jahr. Und das liegt halt sicher auch daran, dass ich zwar gerne hin und wieder einmal viel, aber auch gute Ware geniesse. Deshalb verwende ich für meine Palomas auch den Pink Grapefruit-Sprudel von «Fever Tree». Der Unterschied zu einer Billig-Limo ist riiiiiesig!
Nochmals: Ich kann nicht mit letzter, absoluter Sicherheit behaupten, dass Produkt X hochwertiger als Produkt Y ist. Aber wie Grossmeister Stanley Kubrick einst sagte: «Die Wahrheit liegt im Gefühl dafür.»

PS: Ich habe mir auch noch eine Flasche der Reposado-Version von Patron zugelegt. Den werde ich mir eher pur zu Gemüte führen. Lecker! Eiche, Honig, Vanille, Pfeffer, Zitrus. Nur ein paar wenige Franken teurer als die ungelagerte Silver-Version. Jedoch nicht wie diese im Coop erhältlich. Ich werde mich sicher auch noch auf ihrer Cocktails-Seite genauer umsehen.

Was etwas verwirrt, sind die verschiedenen Angaben, wie lange denn diese Version im Eichenfass gelagert wurde. Auf der offiziellen Firmen-Webseite steht «mindestens vier Monate». Diese Zahl fand ich jedoch auf keiner einzigen Fremd-Seite. Beispielsweise hier und hier wird von «mindestens zwei Monaten» gesprochen. Und beispielsweise hier und hier von «mindestens sechs Monaten»…

Aber wie auch immer, Patron Tequila wurde nicht umsonst 2018 für über 5 Milliarden Dollars an Bacardi verkauft. Nur schon die US-Marktanteile spülen endlos Geld in die Kasse. Wohl bekomms! Cheers!











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