Am 8. November öffneten die helvetischen Brennereien bereits zum zehnten Mal ihre Tore – drei Dutzend an der Zahl. Das sind gleich viele teilnehmende Destillerien wie bei der ersten Durchführung 2015. Als wir vor zwei Jahren erstmals darüber berichteten, machten noch deren 46 mit. Aber Qualität vor Quantität, es ist noch immer ein schöner Anlass, der Stolz auf das heimische Schaffen verströmt.
Heuer verschlug es uns ins Säuliamt, nach Obfelden, mit rund 6000 Einwohnern die zweitgrösste Gemeinde im Zürcher Bezirk Affoltern, wo mein Kollege Sascha aufgewachsen ist. Ausserdem fand dort im Jahr der Gemeindegründung 1847 das letzte militärische Gefecht auf Schweizer Boden statt, im Zuge des Sonderbundskriegs (Bürgerkrieg, doch mit internationalen Einflüssen), infolgedessen die Schweiz zum Bundesstaat geformt wurde.

Als wir in das Ladengeschäft der Brennerei zum Tröpfli eintraten, waren wir sogleich hell begeistert ob der stilvollen Einrichtung, des riesigen Sortiments und der netten Leute. Nach ein paar Tastings dislozierten wir in den Whisky-/Rum-Raum mit Bar, wo wir mit einer sehr leckeren Kürbissuppe, schmackhaft-herbem Treber-Brot aus der Whisky-Produktion und Kräuterwürstchen bewirtet wurden.

Ich wählte die Kürbissuppe mit Schuss, mit ein wenig ihres Winter Gins, der gerade kürzlich an der DistiSuisse 2025/2026 eine Silbermedaille gewann. Wir verkosteten ebenfalls eins ihrer beiden Gold-Gewinnerprodukte, den Rüffel, welcher als 36% Vol.-Likör mit komplexem Bitterorangen-Kalmus-Rosmarin-Profil ausgezeichnet schmeckte.

Selbstverständlich versuchte ich mich auch am Wettbewerb, bei dem sechs Gläser Kirsch erschnüffelt und nach Brennphase geordnet werden mussten. Wie auch die anderen anwesenden Besucher fand ich es nicht ganz einfach, es machte aber Spass. Nachdem ich mich einige Male korrigierte, legte ich mich fest, glaube aber, dass ich bei der anfänglichen Intuition hätte bleiben sollen … Der Siegerpreis ist ein Shop-Gutschein.

Zum Schluss besichtigten wir noch die Brennerei, wo Brennmeister Stefan Müller gerade mit der Herstellung seiner leckeren Pfirsich-Lebenswasser beschäftigt war. Er gab uns vom Mittellauf zu kosten, was wir so direkt ab der Quelle genossen. Die Rohstoffe stammen aus der näheren Umgebung und auch sonst wird möglichst nachhaltig, ökologisch produziert. Er übernahm die Brennerei vor etwa acht Jahren aus Mettmenstetten und platzierte sie neben sein Hauptgeschäft, eine Autogarage.

Das Probieren der weiteren Produkte, die wir dort einkauften, wird noch eine Weile dauern, da wir uns in diesem Shoppingparadies nicht zurückhalten konnten bzw. wollten. Mein Highlight ist aber jetzt schon klar, der fassstarke Rum, den ich vor Ort bereits mit ein paar Tropfen Wasser gemischt genossen hatte. Er lagerte in Hybrid- und Bourbon-Fässern uns ist eine echte Wucht! Der Rum von Pianta Brand riecht schon exzellent, verströmt aber im Gaumen erst seine wahre Magie. Grossartig! Und offenbar gibt es nur ein Fass davon. De Schneller isch de Gschwinder! Arrr!











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