Obwohl ich früher viele, viele Jahre im Zürcher Unterland wohnte, gibt es einige Must-see-Places, an denen ich noch nie war. An diesem Tag konnte ich zwei solche Orte von meiner Bucket List streichen: «Casa del Tequila» in Embrach und «St. Laurentius» in Bülach.

Der 8. März 2025 war ein sonniger Frühlingstag. Die Menschen strömten in Massen hinaus ins Freie. Ich musste vor dem Genussteil jedoch dringend Altglas entsorgen. Wie üblich fragte ich mich beim endlosen Flaschen in die grünen, weissen und braunen Container-Öffnungen werfen, wer zur Hölle das alles getrunken hatte. Ah ja, natürlich vorwiegend der, welcher fragt …

Anschliessend machte ich mich nach Embrach auf, wo der heilige Gral des helvetischen Agavenspirituosen-Handels beheimatet ist: «Casa del Tequila», die jeweils Freitags und Samstags ihre Tore öffnen. Ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, weshalb ich es erst jetzt dorthin geschafft hatte. In den 20 Jahren ihrer Existenz haben Mex und Daniela aus einem kleinen, bescheidenen Nischenprodukt-Shop diesen riesigen, imposanten Place-to-be für Mezcal, Tequila, Sotol und so weiter erschaffen. Und so degustierte ich mich durch so einige Agaven-Leckereien. Hier kann man auch spezifisch vorgehen und die Spirits der geliebten Agavensorten probieren – was ich tat. Ich bevorzuge Madrecuishe.

Doch mittlerweile gibt es in ihrem Markt alles, Abteilungen mit tausenden Lebenswassern, Whisk(e)ys, Absinthe, Wermut, Rum, Gin, etcetera. Für jemanden wie mich ein äusserst gefährlicher Ort fürs Portemonnaie … Und als begeisterter Hobby-Mixologe deckte ich mich auch endlich mit einigen Bitters ein, denn klar, mit dem Standard von Angostura, Orange- und Peychaud-Bitters kommt man grundsätzlich schon weit, doch der Horizont will ja trotzdem erweitert werden.

Anschliessend ging es weiter nach Bülach, zu den Bierbrauern von «St. Laurentius», die hopfige Besucher in der Brewery mit Biergarten bewirten. Leckere Speisen und natürlich verschiedenste Biere lassen keinen Wunsch offen. Diese Craft-Brauer gibt es immerhin auch bereits seit zehn Jahren, seit fünf Jahren das BrewPub. Ein Crowdfunding ermöglichte die Gründung. Und wir treffen die Leute dann wieder am kommenden «Zürich Bier Festival», worauf wir uns immer sehr freuen.

Da ich in Embrach schon so einige Mezcal-Schlucke intus hatte, begnügte ich mich mit einem kleinen «Eldorado», ein cremig-hopfiges IPA, das auf Untappd mit der ordentlichen Note 3,9 bewertet wird. In meinem «Bierliebe»-Abonnement war die Brauerei letzten Monat mit dem süffigen «Red Ale» vertreten. Und als ich mich von der «St. Laurentius»-Brauerei verabschiedete, tat ich das selbstverständlich nicht, ohne mich mit ihren Produkten einzudecken. Sie haben beispielsweise 6er- und 9er-Tragtaschen, die man nach Belieben füllen kann. Ich wählte natürlich die 9er-Tasche und während ich diese Zeilen in die Tasten haue, trinke ich davon das «Cryo Lager», ein Kollaborationsprojekt mit der «Schlachthuus»-Brauerei, welches die besten Seiten eines Lagers und eines IPA’s vereint. Wirklich superlecker, ein dickes Bravo!

Anschliessend ging ich noch spazieren, um den Frühling so richtig willkommen zu heissen, gefolgt von einem Abendessen im Kreise der Lieben, mit einem feinen, beerigen Primitivo-Wein und einem Zwetschgensorbet mit Vieille Prune zum Dessert. Ein praller Genusstag neigte sich mit guter Laune und vollen Bäuchen dem Ende zu, das Wolfsrevier wurde erfolgreich erweitert …











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