Kürzlich entdeckt – 135° East Hyogo Dry Gin (42 %)

Ich bin ein Coop-Kind. Natürlich wegen der vielen Lebenswasser, klar. Und kürzlich zog ich beim Haushaltseinkauf wie üblich noch eine Runde um das Gestell mit Hochprozentigem, als mir eine rote Kartonbox aufgefallen ist, über deren (nicht nur flüssigen) Inhalt ich hier berichten möchte.

Marketingtechnisch ist die rote, verzierte Schachtel schon sehr ansprechend gemacht. Als ich die Box im Laden öffnete, sah ich zu meinem Erstaunen, dass der Hersteller in die linke Seite der Box fünf Löschkarten dazugelegt hat, mit denen man nach Öffnung der einzelnen Kartenfenster durch Finger darin reiben die fünf japanischen Botanicals einzeln erschnuppern kann. Grossartig! Da konnte ich nicht widerstehen und ersteigerte mir den Dry Gin von der Kaikyō Distillery für knapp 50 Franken.

Inspiriert von der Taisho-Zeit vermählt sich in diesem Gin Ost und West. Zu den fünf japanischen Botanicals wie Yuzu gesellen sich drei traditionelle westliche Zutaten wie Wacholder und am Schluss wird noch ein Schuss Sake, den die Herstellerfamilie produziert, hinzugegeben. Ich finde das Resultat mehr als überzeugend. Meine Neugier (und marketingtechnische Verführbarkeit) führte mich zu einem gänzlich neuen Gin-Geschmackserlebnis.

Ich probierte ihn sowohl pur, ohne Eis und alles andere und dann natürlich noch mit meinem Haus-Tonic Fever Tree light. Beides ist ausgezeichnet, aber zuerst die japanischen Botanicals riechend, hat mir die pure Version klar stärker imponiert, da man dort die perfekt ausbalancierte Balance dieser Zutaten viel klarer wahrnimmt.

In der Nase kommen die blumigen und die Zitrusnoten mehr zur Geltung, doch im Gaumen folgen dann leicht süssliche Grüntee-Noten, die herben, krautigen Geschmäcker, bevor ein langer, warmer Pfeffer-Sake-Abgang den Gaumen zutiefst beglückt. Herrlich! Auf der Hersteller-Webseite findet man diverse Mix-Rezepte, von denen ich sicher noch das eine oder andere versuchen werde.

Die Liste der Botanicals

Wie üblich zahlt man hierzulande den Schweizer-Zuschlag. In der Schweiz kostet die Flasche um die 40 Franken (ohne die Deluxe-Schnupperschachtel). In Deutschland ist die 7-dl-Flasche deutlich günstiger erhältlich, je nach dem um die 30 Euro. Und James The Wine Guy hat ihn in San Francisco für knapp 30 Dollars ersteigert. Bei diesem Produkt ist es mir aber ausnahmsweise egal. 乾杯

Autor

  • Wermutwolf Daniel Frey

    Ich habe Freude am Schreiben. Und am Trinken. Und am Schreiben, während ich trinke. Während des Vollmondes oder während des Trinkens verwandle ich mich in meine wölfische Urnatur.

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