Gutes Bier muss man einfach lieben! Niemand weiss das besser als Alexandra und Raphael, die ich an einem herbstlichen Freitagmittag in ihrem Restaurant, mitten im Zentrum von Luzern, besuche. Nach der aufmerksamen Lektüre dieses Berichts könnt ihr zudem tolle Preise gewinnen!
Während ich den kurzen Spaziergang vom Bahnhof Luzern zu ihrem hopfigen Domizil direkt an der Reuss zurücklege, begegnen mir gefühlte 200 asiatische Touristen. Eine entsprechende Menschentraube steht auch vor der Pizzeria neben «Bierliebe & Friends». Dabei denke ich: «Mensch Leute! Ihr geht nun in ein Lokal, in dem ihr wie in tausend anderen Pizzas spachteln werdet, und seht das Lokal nicht, in dem ihr eine einzigartige Auswahl an Schweizer Craft-Bieren bekommen könntet. Wenn ich euch wäre, würde ich den Guide wechseln …»

Als ich eintrete, empfängt mich Alexandra – mit der ich mich bis zu diesem Treffen korrespondiert hatte – unerwartet mit etwas Kleinem, lebendigem auf sich; ihrer vier Monate alten Tochter, ihrem zweiten Kind. Sie und Raphael haben bereits einen zweijährigen Sohn.
Ihr Mann Raphael stösst kurz darauf dazu. Er begann diese ganze Bier-Odyssee vor etwa acht Jahren, als er die vielen unabhängigen Schweizer Bierbrauereien anfragte, was sie von seiner Idee hielten, Abonnements anzubieten, bei denen der geneigte Bierliebhaber jeden Monat verschiedene Craft-Biere aus der Schweiz bis vor die Haustür zugestellt bekommt. Die Idee fiel auf fruchtbaren Boden.
Auch bei mir selbst. Begonnen hatte es damit, dass ich meinem Vater Anfang 2021 ein Geschenk-Abo zum Geburtstag überreichte. Im Herbst desselben Jahres abonnierte ich für mich selbst ein Liebhaber-Abo, das mir seither mit monatlich wechselnden acht mal drei verschiedenen Bieren konstante Freude bereitet. Beschreibung: «Ideal für alle Bierliebhaber mit grossem Durst, Gruppen, Vereine oder als Feierabendbier in der Firma.» Tja, ich bin keine Gruppe und auch kein Verein, verfüge aber tatsächlich über grossen, wermutwölfischen Durst …

Anfänglich betrieb Raphael das Hobby noch aus dem Elternhaus heraus, bis irgendwann die Garage, Waschküche etc. mit Bieren vollgestopft waren, und seine Eltern meinten, das sei ja eine tolle Sache mit diesen Bierlieferungen und so, aber ob er nicht vielleicht einmal ein Lager zu mieten in Betracht ziehen wolle …
Gesagt, getan, doch auch dieses Lager wurde zu eng. Mittlerweile stösst das 290-Quadratmeter-Lager in Rothenburg langsam ebenfalls an Kapazitätsgrenzen. Seine Eltern helfen aber nach wie vor, wo sie können – sei es bei der Vorbereitung der Versandkartons oder in der Betreuung von Kind 1. Früher hatten sie auch geholfen, Bier auszuliefern.

Irgendwann begannen die Post-Angestellten Raphael zu fragen, was er da eigentlich tue, da er so oft Pakete aufgab. Nachdem er die Situation erklärt hatte, erfuhr er, dass das auch einfacher geht, und er eine Lizenz für seine Massenversände erhielt. Heute bieten sie verschiedene Bier-Abos an; sehr beliebt ist das Geschenk-Abo, bei dem man ein Bier-Abo für drei, sechs oder zwölf Monate verschenken kann.
Raphaels und Alexandras Background ist in der Unternehmensberatung, bei PWC, wo sie sich kennenlernten. Obwohl sie keinerlei Gastro-Erfahrung hatten, half ihnen diese Berufserfahrung sicher dabei, sich selbstständig zu machen. Wie furchtlos sie in derlei Geschäften vorzugehen wagen, zeigte sich schon bei frühen Experimenten, etwa als sie an einem Event versuchten, die Besucher mit hedonistischen American Hot Dogs zu beglücken – wie erwähnt, ohne wirklich zu wissen, was sie da genau taten. Das hat funktioniert, dank Last Minute-Massnahmen ihrer Zulieferer und hinterliess Spuren bis zur heutigen Speisekarte in ihrem «Bierliebe & Friends»-Restaurant, wo die heissen Hunde ebenso auf der Speisekarte zu finden sind.

Im April 2019 war es dann so weit. Die Eröffnung des Luzerner Restaurants war Tatsache. Die ursprüngliche Idee, diese unglaubliche Vielfalt der Schweizer Bierbrauer den Menschen gastronomiemässig nahezubringen, wurde realisiert. Zwölf Bierzapfhähne sind mit zwölf für alle ersichtlichen Tafeln beschrieben, wo sich die Angestellten immer wieder aufs Neue kreativ verwirklichen können, denn wie bei den Abos wechseln auch bei den Zapfhähnen die Biere laufend.
Einige Monate nach der Eröffnung rollte die Corona-Welle über die Welt, und leider nicht eine des gleichnamigen Bieres. Der erste Lockdown war noch verkraftbar gewesen, und auch nicht ausserordentlich lang andauernd. Beim zweiten Lockdown Ende 2021 gab es dann schon einige schlaflose Nächte auszuhalten, wo man nicht mehr so genau wusste, wie man kalkulieren sollte/könnte. Was nicht einfach war für ein Unternehmerpaar, das ihren Betrieb mit vermutlich mehr Excel-Tabellen betreibt als viele andere.

Einige der schönsten Erfahrungen, die das junge Unternehmerpaar mit ihrem Bier-/Gourmet-Tempel gemacht hatten, geschahen, als ihre Stammgäste nach dieser schwierigen Zeit wieder kamen und die wiedergewonnene Freiheit dafür nutzten, vorsätzlich noch das eine oder andere Bier mehr zu bestellen.
Die «Bierliebe»-Abonnements erfuhren in diesen schwierigen Jahren zwar einen weiteren Schub, konnten aber das Minus des neuen Lokals nicht kompensieren.
Ich empfand Bemerkungen aus dem persönlichen Umfeld stets als zynisch, die meinten, dass die Gastro-Betriebe, die in dieser Zeit pleitegingen, ja sicherlich schon vorher nicht gut gewirtschaftet hätten. Diese Leute verstehen nicht, dass die Gastronomie oft mit sehr tiefen Margen kalkulieren muss und gerade Neugründungen auf verlässliche Geschäftsgrundlagen angewiesen sind.

Wir lassen es uns oben, in der ersten Etage, mit Blick auf die Kapellbrücke, kulinarisch gut gehen. Platz hat es insgesamt für etwa 70 Personen. Tagsüber sind es vorwiegend Touristen, und abends kehrt sich das Verhältnis zugunsten der Einheimischen um, die wissen, dass es hier tolle Biere zu trinken gibt. Mittlerweile gäbe es auch so einige, die primär für die Speisen einkehrten.
Natürlich muss ich, will ich die beiden fragen: «Was für Bier mögt Ihr am liebsten?»
Alexandra antwortet zuerst, sie mag Pale Ales am besten. Und Raphael ist auch in dieser Ecke zu Hause, er mag – wie ich auch – IPAs am liebsten. Als ich frage, was sie abseits von Bier am liebsten trinken, meinen beide, dass es Wein sei, obwohl sie dort nicht so Experten seien wie beim Bier. Raphael und Alexandra verfügen beide über ein Bier-Sommelier-Diplom, von dem her ist das nachvollziehbar.

Wie kürzlich bei einem anderen Unternehmerpaar in ihren 30ern, frage ich auch sie, wie sie sich die Arbeit untereinander aufteilen. Das finde ich immer unheimlich spannend, denn ich vermute, dass wenn man das nicht möglichst optimal auf die Reihe bekommt, es echt schwierig sein kann – sowohl beruflich als auch privat.
Freimütig geben sie zu, dass das ein Findungsprozess war und ist, der im Laufe der Zeit angepasst werden musste. In früheren Modellen sei es beispielsweise zu Situationen gekommen, in denen sie sich kaum mehr sahen, was natürlich kein Dauerzustand sein kann. Momentan sei die Aufteilung grob so, dass Alexandra für das Restaurant und Raphael für die Abos zuständig sei.
Ferner gibt es da auch noch ihr Biervelo, ein Drahtesel mit 3 x 20 Liter Craftbeer im Kasten, sodass bei entsprechenden Anlässen auch mobil keine Bierliebe-Kehle trocken bleiben muss.

«Bierliebe & Friends» ist ein Lokal ganz nach meinem Geschmack. Es ist gemütlich, man fühlt sich wohl darin. Die Gastgeber sind grundsympathische Leute und man bekommt darin echt gutes Bier. Wie oft war ich schon in Lokalen, wo meine Liebe für Bier enttäuscht worden ist? Grob geschätzt vermutlich so gegen 70 bis 80 Prozent der Fälle. Hier kann das nicht passieren. Ein wahrer Bier-Safe-Place. Herrlich, gerade weil so selten!
Sie bieten überwiegend lokale Produkte an, mit zwei Ausnahmen: Apérol und Coca-Cola. Diese Produkte werden so häufig nachgefragt, dass man sie ganz einfach anbieten müsse.
Bei den Chips haben sie die «Treber-Tschipps» von der Appenzeller Brauerei Locher im Angebot, die aus dem Nebenprodukt des Brauprozesses gemacht werden. Auch hier: nachhaltig-lokal. Ich versuchte in der Zwischenzeit diejenigen mit Meersalz, andere mit Paprika und jene mit Rosmarin/Kräuter. Allesamt sind sie sehr lecker!

Natürlich muss man mit höheren Kosten kalkulieren, wenn man auf günstige Massenware verzichtet, doch dadurch entsteht ihr USP, ihr Alleinstellungsmerkmal; lokale Qualität. Sie kennen ihre Zulieferer gut und können sich auf sie verlassen.
Ich frage sie, was sie denken, weshalb der Bierkonsum in der Schweiz seit vielen Jahren rückläufig ist. Vor etwa 20 Jahren waren es noch etwa 20 Liter mehr pro Person und Jahr. Raphael äussert seine Vermutung, dass es zum einen dem allgemeinen, gestiegenen Gesundheitsbewusstsein und zum anderen dem immer grösseren Angebot geschuldet sein könnte. Dass jemand, der früher mehr Bier getrunken hat, mittlerweile mehr auf Apéritifs, Weine, Gin usw. verlagert hat.
Auf ihre Zukunftspläne angesprochen, meinen sie, dass ihre Mission weiterhin sei, die Biervielfalt der Schweiz zu fördern, unter anderem durch weitere Angebote von «Bierliebe» im Versandbereich und allenfalls auch mit weiteren Standorten ihres Gastroangebots.
Ihre Grosszügigkeit für Wermutwölfe kennt keine Grenzen: Sie übergaben uns drei supertolle Wettbewerbsgewinne zur Verlosung:
- Ein «Bierliebe»-Geschenk-Abo für 3 Monate (Bier-Abo für drei Monate, jeweils drei verschiedene Biere à je zwei Flaschen) im Wert von Fr. 89.90
- Ein «Bierliebe»-Degustationspaket (Ein Bierpaket mit sechs verschiedenen Bieren, zwei Treber Tschipps, zwei Biergläser) im Wert von Fr. 49.90
- Ein «Bierliebe»-Kennenlernpaket (Ein Bierpaket mit drei verschiedenen Bieren à je zwei Flaschen) im Wert von Fr. 31.90
Wenn Ihr nun also feine, hopfige Geschenke ergattern wollt, dann schreibt an info@wermutwolf.ch die Antworten auf folgende Fragen:
- Wie viele wechselnde Offenausschank-Zapfhahne hat es im «Bierliebe & Friends»-Restaurant?
- Was gibt es für Geschenk-Abos respektive mit welchen Laufzeiten?
- Was für Biere trinken Raphael und der Autor dieses Artikels am liebsten?
Adresse angeben nicht vergessen. Cheers!











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