Wer die Videospielreihe «Sonic The Hedgehog» gezockt hat, kann sich gut vorstellen, dass Igel gewissen aufputschenden Substanzen nicht abgeneigt sind. Doch die putzigen Stacheltiere mögen auch Gerstensaft und schlürfen mitunter sogar Eierlikör.
Wir alle kennen das grimmsche Märchen vom Hasen und dem Igel, die sich in einem Wettrennen messen. Anders als der blaue Sonic (ich meine seine Farbe, nicht seinen Zustand) ist das stachlige Kerlchen im Märchen aber weder auf Speed noch ein begnadeter Sprinter.

Stattdessen trickst er den Hasen aus, indem er seine Frau ans Ende der Rennbahn schmuggelt. So hat Meister Lampe ständig das Gefühl im Hintertreffen zu sein und gibt nach 74 Runden den Löffel ab. Der Igel gewinnt als Preisgeld eine Goldmünze … und eine Flasche Branntwein.

Hier zeigt sich bereits: Igel haben eine Affinität zu Hochprozentigen – und das nicht nur im Märchen. So titelte der deutsche «Südkurier» vor einigen Jahren «Britische Igel haben ein Alkoholproblem». Grund für den Alkoholismus der stachligen Gesellen sollen die Bierfallen von Hobbygärtnern sein. Mit diesen locken sie Nacktschnecken an, die im Bier ihr Leben aushauchen … und die wiederum eine Leibspeise von Igeln sind. Die einfache Gleichung: Bier + Schnecken = besoffene Igel. Diese seien nach ihrer Gartenorgie «stinkbesoffen und schlafen ihren Rausch recht ungeschützt in der Gartenecke aus».
Laut der südafrikanischen Newssite «Independent Online» sind manche der Trunkenbolde mit einem richtig bösen Kater gestraft: «Einige wurden nach einer durchzechten Nacht auf der Seite liegend, nicht zu eng zusammengerollt und schnarchend in einem Gemüsebeet gesehen. Wenn sie aufwachen, wackeln sie von einer Seite zur anderen und laufen im Zickzack.»

Bier ist aber nicht das einzige Getränk, das den armen Igeln zusetzt. Noch schlimmer haben es die deutschen Stacheltierchen. Denn aus einem mir unbekannten Grund haben unsere nördlichen Nachbarn den Hang, Eierlikör wegzuschütten – und zwar in den Garten oder sogar auf Spielplätzen. So weiss «20 Minuten»: «Betrunkene Igel lösen Polizeieinsatz aus». Zwei Igel hätten auf einem Spielplatz in Erfurt von einer «achtlos weggeworfenen Flasche Eierlikör» genascht. Das war für die beiden zu viel: Sie seien regungslos auf dem Spielplatz gelegen, als eine Frau sie entdeckte und die Polizei alarmierte. Sie wurden zur Ausnüchterung in den nahegelegenen Zoo gebracht.

Ähnlich erging es einem stachligen Freund im vogtländischen Bad Elster. Gemäss MDR habe dieser in einem Garten verschütteten Eierlikör genippt und sei daraufhin in eine Art Delirium gefallen. Nach einer Kochsalzinfusion und jeder Menge Schlaf habe der Igel den Rausch komplett auskuriert. Die Ausnüchterungskur dauerte drei geschlagene Tage.
Und auch in Brandenburg ist der Umgang mit Eierlikör sorglos. Laut RND fand eine Hausbesitzerin aus Mahlow einen betrunkenen Igel. Dieser habe sich im berauschten Zustand mindestens einen Tag nicht mehr von der Stelle bewegt. Der Grundstücksbesitzer habe Eierlikör im Garten weggekippt, aber nicht damit gerechnet, dass ein Tier das lecker finden könnte.
Darum mein gut gemeinter Rat an unsere deutschen Nachbarn. Dudelt weniger Eierlikör oder trinkt ihn vollständig aus.











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